Erfolgreiche Produktpräsentation in den sozialen Medien

von Patrick Adams

Social Media gehört längst als Distributionskanal für alle nur denkbaren Produkte dazu. Insbesondere Online-Shops setzen auf Social Media und hoffen über diesen Kanal den Verkauf ihrer Produkte anzuregen und zu steigern. Diese Hoffnung ist durchaus nicht unbegründet, wird aber nur dann erfüllt, wenn der richtige Weg dazu eingeschlagen wird. Platte Kaufaufforderungen nerven eher, als dass sie die User zum Kauf der angebotenen Produkte animieren.

Posts dürfen nicht nerven

Jeder kennt die typischen Posts auf Facebook und Co, die mit nichtssagenden Aufforderungen die User zum Kauf eines bestimmten Produktes überreden wollen. Nicht nur aufgrund der Fülle dieser Offerten, sondern auch besonders wegen ihrer Penetranz  nerven derartige Posts die meisten User, anstatt sie zum Kauf zu bewegen. Unternehmen, die auf diese Art beim Social Selling Kunden gewinnen wollen, sehen schnell, dass ihre Methode offenbar nicht funktioniert und entscheiden nicht selten, dass das Social Selling in ihrem speziellen Fall eben nicht der richtige Distributionskanal ist.

Daneben gibt es auch die Shops, die nur hin und wieder Posts auf ihr Profil setzen. Das sind dann meist Links, die auf den Shop führen. So erhofft man sich die Social Media User zum Kauf bewegen zu können. Auch das ist eine Methode, die nur selten von Erfolg gekrönt ist. Indes erfordert das Social Selling ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl. Trotzdem ist es kein Hexenwerk und mit den richtigen Aktionen stellt sich schnell der Erfolg ein.

Warum Kaufaufforderungen bei Social Media nicht funktionieren

Social Media ist, wie die deutsche Bezeichnung „Soziale Netzwerke“ schon beinhaltet, eine Art der modernen und sozialen Kommunikation. Hier tauschen sich Menschen aus und bauen eine Beziehung auf. Eine Kaufaufforderung ist im eigentlichen Sinne keine Kommunikation mit dem User und entspricht schon deshalb nicht unbedingt dem Charakter von Social Media. Dazu muss man sich vor Augen führen, dass die Aufmerksamkeitsspanne der Menschen immer geringer wird. Laut einer Studie des Statistic Brain Research Institute liegt die Aufmerksamkeitsspanne heutzutage nur noch bei 8,25 Sekunden. Werden dem User in dieser kurzen Zeit nicht für ihn wertvolle, nützliche oder unterhaltsame Informationen mitgeteilt, ist beim Social Selling damit die Gelegenheit vertan. In einer reinen Verkaufsaufforderung findet der User an dieser Stelle keinerlei für ihn wichtigen Informationen. Infolgedessen bewirkt diese Art des Social Sellings oftmals genau das Gegenteil von dem, was es eigentlich bewirken soll – die Verkaufsaufforderung wird für den User nervig und schlimmstenfalls wird die Seite des so nervenden Shops völlig ignoriert und gemieden.

Eine Beziehung zum User aufbauen

Die Kunst des Social Sellings liegt im Aufbau einer steten Beziehung zum User. Es muss eine echte Konversation entstehen, in der der User in seiner Kaufentscheidung bestärkt wird. Das ist ein Weg, der nicht zu aufdringlich und nervig ist und den die User gerne annehmen. Social Media darf dabei nicht als ein reiner Verkaufskanal betrachtet werden. Stattdessen muss ein Gesamtkonzept mit einer eindeutigen Social Media Strategie bestehen. User, die bestimmten Kanälen folgen, sind sich durchaus darüber bewusst, dass das Endziel eines jeden Unternehmens die Kaufentscheidung ihrer potentiellen Kunden ist. Damit der User überhaupt einem Kanal folgt, muss für ihn daraus also auch ein Nutzen entstehen. Wie auf jeder Webseite, ist auch bei Social Media die Qualität des Inhaltes entscheidend. Über das Social Media Profil wird den Usern Content zur Verfügung gestellt. Jeder Shop, jedes Unternehmen ist daher für die Qualität der Inhalte verantwortlich. Um letztendlich einen positiven Einfluss auf die Kaufentscheidung der User zu nehmen und bei der Präsentation von Produkten nicht zu aufdringlich zu erscheinen, kommt es vor allem auf die richtige Mischung aus zwei wesentlichen Dingen beim Social Selling an:

  • die Beschaffenheit der Inhalte
  • die Kreativität der Inhalte

Wie das Social Selling gelingt

Beim Social Selling kommt es nicht so sehr darauf an, den User hier und jetzt zum Kauf der eigenen Produkte zu animieren. Stattdessen soll eine Konversation mit dem User entstehen, die zu einer engen Bindung führt und den User letztendlich zum Kauf der Produkte bewegen soll. Dabei ist es wichtig, dass die Kaufanimation nicht direkt und damit zu aufdringlich erfolgt. Dies kann auf verschiedenen Wegen gelingen. Die folgenden fünf Möglichkeiten bieten eine unaufdringliche Produktpräsentation mit guten Aussichten auf Verkaufserfolg:

  • Inspirationen bieten
  • Einsatz von Social Proof
  • Der Blick hinter die Kulissen
  • Interaktionswettbewerbe
  • Die Nutzung visueller Medien

Darüber hinaus gibt es sicherlich noch weitere Möglichkeiten, um Produkte wirkungsvoll und unaufdringlich in den Sozialen Medien zu präsentieren. Dabei sind weder teure, noch aufwendige Marketingkampagnen notwendig. Stattdessen werden diese durch Kreativität ersetzt. Wichtig ist nur, sich dabei von der großen Masse abzusetzen und mit den Usern in eine Beziehung zu treten, die ihnen zeigt, wie wichtig sie für das Unternehmen sind.

Wie Produkte in den Sozialen Medien richtig präsentiert werden

Inspirationen bieten

 

Zeigen, wie die Produkte funktionieren oder verwendet werden können.

Zeigen, was zu den Produkten passt oder wie sie kombiniert werden können.

 

Beispiel

Pinterest – hier können thematische Pinnwände zum Produkt gezeigt werden

 

Einsatz von „Social Proof“

 

Durch die soziale Bewährtheit eines Produktes kann die Kaufentscheidung maßgeblich beeinflusst werden.

 

Beispiel

Kundenfotos von den angebotenen Produkten

Der Blick hinter die Kulissen

 

Dem Kunden wird Persönlichkeit und Individualität vermittelt. So entsteht eine persönliche Bindung.

Beispiel

Die Herstellung eines Produktes zeigen oder über die Menschen hinter dem Unternehmen erzählen.

Interaktionswettbewerbe

 

Kreative Wettbewerbe fördern ein positives Gefühl zum Produkt oder zur Marke.

Beispiel

Wettbewerbe auf Twitter durch Hashtags branden.

Die Nutzung visueller Medien

 

Bilder und Videos sind ein einzigartiger Content, der die User anspricht und sie zu Interaktionen anregt.

Beispiel

Instagram mit Hyperlapse oder Facebook mit 360 Grad Videos nutzen.

Fazit

Social Media ist ein wichtiger Kommunikationskanal, der auch als Distributionskanal genutzt werden sollte. Damit die Produktpräsentation erfolgreich zum Kauf des Produktes animiert, reichen nervige Verkaufsaufforderungen und einfache Produktposts nicht aus. Stattdessen sind bei der Produktpräsentation Kreativität und Individualität gefragt. Das funktioniert am besten, wenn eine aktive Kommunikation mit dem User stattfindet und der potentielle Kunde dabei im Mittelpunkt steht. So entsteht eine Beziehung zum User, die ihn nachhaltig an das Produkt oder die Marke bindet und ihn letztendlich auch zum Kauf animieren wird. Um Produkte in den sozialen Medien erfolgreich zu präsentieren bedarf es keiner teuren und aufwendigen Marketingkampagnen, wohl aber einer guten Social Media Strategie, bei der die sozialen Netzwerke nicht als Verkaufskanäle, sondern als einer der Kommunikationskanäle zum Kunden betrachtet werden.

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